Frieden, der weitergetragen wird

Friedensteppich
Bildrechte Foto: Thomas Ratjen

Ein farbenfroher Friedensteppich stand im Mittelpunkt des ökumenischen Friedensgebets in der Christuskirche. Rund 60 Menschen waren der Einladung gefolgt. Viele einzelne Stücke, von unterschiedlichen Menschen gestaltet und miteinander verbunden, fügten sich vor dem Altar zu einem großen Ganzen. So wurde der Teppich selbst zu einem Bild für das, worum die evangelische und katholische Kirche, die Adventgemeinde und die Baptistengemeinde seit vielen Jahren gemeinsam beten: um Frieden.

Der Friedensteppich ist eine Aktion von Dr. Thomas Wimmer und Martha Bochenek. Beide waren beim Friedensgebet dabei und erzählten von den bisherigen Stationen des Teppichs in Istrien und Serbien. Besonders eindrücklich berichteten sie von Begegnungen mit Kindern, die mit Freude miterlebt hatten, wie aus vielen kleinen, unterschiedlich gestalteten Stücken nach und nach ein großer gemeinsamer Teppich entsteht.

Unter dem Motto „Tanzen und Weben für den Frieden“ verband das Friedensgebet Worte und Musik mit einer besonderen Aktion des Tanzkreises der Christuskirche. Auf dem Friedensteppich entstand ein Blütentanz. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, welche Wege zum Frieden führen können – in einer Welt, in der so oft Stärke, Macht und Durchsetzung den Ton angeben.

Die biblische Lesung erzählte davon, wie die Jünger Jesus fragen, wer der Größte sei. Jesus antwortet, indem er ein Kind in ihre Mitte stellt. Damit stellt er die gewohnten Maßstäbe auf den Kopf. Frieden beginnt dort, wo Menschen einander Raum geben, aufeinander hören, Verschiedenheit aushalten und Verbindungen suchen, wo Trennendes entstanden ist.

Am Ende blieb das Zeichen des Friedens nicht in der Kirche. Gemeinsam wurde der Friedensteppich hinaus zur Isar getragen. Von der Brücke aus wurden die Blüten, die zuvor beim Tanz eine Rolle gespielt hatten, dem Wasser übergeben. Ein kleines und zugleich eindrückliches Zeichen: Frieden will weitergetragen werden. Er soll Kreise ziehen – über die Mauern der Kirche hinaus, hinein in unsere Stadt und unsere Welt.

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