Unser Altarbild wird restauriert – Weihnachten soll es zurückkehren
Seit fast einem Jahr befindet sich das beschädigte Altarbild der Christuskirche in der Restaurierungswerkstatt „Bildwerk“ in München. Nun haben wir erstmals Bilder von den dort begonnenen Arbeiten erhalten. Wenn alles nach Plan verläuft, soll das restaurierte Triptychon an Heiligabend wieder seinen Platz in der Christuskirche finden.
Auf den Bildern aus der Werkstatt ist eindrucksvoll zu erkennen, welche Schäden der Unfall vom 20. Mai 2025 hinterlassen hat. Damals sollte das Altarbild nach einem großen Chorkonzert wieder auf seinen Sockel gebracht werden. Seit der Innenrenovierung der Christuskirche in den 1970er Jahren war es für große Konzerte immer wieder abgebaut und anschließend mit einem eigens dafür konstruierten Hublift an seinen Platz zurückgebracht worden.
An diesem Tag gab beim Absenken das Seil der Winde plötzlich ein Stück nach. Durch den Ruck sprang das Altarbild aus seinen Verankerungen und stürzte nach vorne auf den noch im Altarraum stehenden Konzertflügel.
Vor allem die Mitteltafel und der rechte Seitenflügel wurden dabei erheblich beschädigt. Die Restauratorinnen Dorothea Preyß und Corinna Pflästerer von Bildwerk-Restaurierung stellten unter anderem lange vertikale Brüche in den Holztafeln sowie Schäden an Grundierung, Malschicht und Rahmen fest. Das Kunstreferat der Evangelisch-Lutherischen Kirche bestätigte die Notwendigkeit der Restaurierung; im Oktober 2025 wurde sie kirchenaufsichtlich genehmigt.
Eine Versicherung kam für den Schaden allerdings nicht auf. Da die Christuskirche selbst Eigentümerin des Altarbildes ist, wurde der Unfall als nicht versicherter Eigenschaden eingestuft. Die Kosten für die Wiederherstellung musste deshalb die Kirchengemeinde selbst tragen.
Nach dem Unfall blieb das beschädigte Triptychon zunächst in der Apsis der Christuskirche. Es konnte jedoch nicht mehr auf seinem bisherigen Sockel aufgestellt werden und stand deshalb am Boden. Auf Dauer war das keine gute Lösung: Ein erneutes Umfallen und damit weitere Schäden am Kunstwerk, aber auch eine Gefährdung von Personen, konnten nicht ausgeschlossen werden.
Deshalb wurde das Altarbild Ende November 2025 von Bildwerk abgeholt und in die Münchner Werkstatt gebracht – lange bevor dort mit den eigentlichen Restaurierungsarbeiten begonnen werden konnte. Dort konnte es bis zum Beginn der Arbeiten fachgerecht und sicher verwahrt werden.
„Unser Altarbild braucht Ihre Hilfe“
Unter dieser Überschrift baten wir mit unserer Weihnachtsspendenaktion 2025 um Unterstützung. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das beschädigte Triptychon bereits sicher in der Werkstatt von Bildwerk. Die notwendige Restaurierung stand jedoch noch bevor – und nachdem die Versicherung die Übernahme des Schadens abgelehnt hatte, musste die Kirchengemeinde die dafür erforderlichen Mittel selbst aufbringen.
Die Reaktion auf den Spendenaufruf hat uns überwältigt. Sehr viele Gemeindeglieder beteiligten sich, zum Teil mit hohen Beträgen. Damit war nicht nur die Finanzierung der notwendigen Restaurierung gesichert. Die große Spendenbereitschaft ermöglichte darüber hinaus Verbesserungen, die dem Altarbild langfristig zugutekommen können.
Dafür möchten wir allen Spenderinnen und Spendern auch heute noch einmal sehr herzlich danken!
Was geschieht jetzt in der Werkstatt?
Die neuen Bilder geben einen seltenen Einblick in die Arbeit der Restauratorinnen. Die beschädigten Tafeln werden fachgerecht bearbeitet, Brüche verleimt und Fehlstellen an Grundierung und Malschicht anschließend geschlossen und retuschiert.
Interessant ist dabei auch der Blick auf die Rückseite des Triptychons. Sie wird derzeit genauer untersucht – nicht zuletzt mit Blick auf eine Frage, die für die Rückkehr in die Christuskirche wichtig ist: Wie kann das restaurierte Kunstwerk künftig sicher aufgestellt und befestigt werden?
Parallel dazu arbeitet Frank Siegmund, Architekt und Mitglied unseres Kirchenvorstands, an der Konstruktion eines zunächst provisorischen Sockels. Auf ihm soll das Triptychon nach seiner Rückkehr wieder einen sicheren Platz in der Kirche erhalten.
Weihnachten 2026 soll es wieder da sein
Wenn alles nach Plan verläuft, sollen die Restaurierungsarbeiten noch vor Weihnachten abgeschlossen werden. Unser Ziel ist, dass das Triptychon an Heiligabend wieder in der Christuskirche steht.
Damit würde sich nach gut anderthalb Jahren ein Kreis schließen: Im Mai 2025 wurde das Altarbild durch den Unfall schwer beschädigt. Zu Weihnachten 2025 baten wir unsere Gemeinde um Hilfe für seine Restaurierung. Die Resonanz war überwältigend. Und Weihnachten 2026 soll das restaurierte Kunstwerk nun wieder in unsere Kirche zurückkehren.
Darauf freuen wir uns sehr.
