1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Im Jahr 321 erließ der römische Kaiser Konstantin ein Edikt, in dem er namentlich die Kölner jüdische Gemeinde erwähnte. Es gilt als ältester Nachweis für jüdisches Leben auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands.
Für das Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ starteten die Katholische und Evangelische Kirche die Plakat-Kampagne

#beziehungsweise: jüdisch und christlich – näher als Du denkst

Kernstück der Initiative sind Plakate für jeden Monat. So heißt es in diesen Wochen der Passionszeit:  Umkehren zum Leben - beziehungsweise - Antisemitismus ist Sünde

Dazu eine jüdische und christliche Stimme:

"Antisemitismus hatte und hat mörderische Folgen, und selbst seine "milderen" Varianten vergiften das Leben. Die religiös, rassisch oder politisch begründete Abwertung des Judentums fordert die jüdische Gemeinschaft zu allen Zeiten zu Antworten heraus. Manche Judinnen und Juden versuchten den Demütigungen zu entgehen, indem sie möglichst wenig als solche erkennbar sind und sich an die Umgebung assimilieren. Am anderen Ende des Spektrums finden sich jene, die diese Bemühunge als aussichtslos verwarfen und die Errichtung eines eigenen Gemeinwesens erstrebten, in dem Judenhass keine Chance mehr haben würde." Rabbinerin Dr. Ulrike Offenberg

"Der Antisemitismus hat seinen Sitz in einem bösen Herzen"                                                                                                                                                Dieses Zitat von Peter von der Osten-Sacken, einer der Großen im jüdisch-christlichen Dialog verweist darauf, dass es sich hier um eine theologisch begründete Reflexion zum Antisemitismus handelt. Wenn man von Antisemitismus spricht, kann man von den Antisemiten nicht schweigen. Ihre Haltung und Tun müssen als Sünde benannt werden, weil sie eine Verneinung der Anderen leben, biblisch gesprochen: sie hassen. Sie können sich einreden, ihr Hass wäre beschränkt auf bestimmte Menschen, aber der Antisemitismus ist eine Sünde, die den ganzen Menschen erfasst."   Univ.-Prof. Dr. Rainer Kampling